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Podiumsdiskussion mit Eldad Beck, Andreas Nachama, Karolina Wigura, Jan C. Behrends und Mateusz Fałkowski.

 

Memory Wars | Podiumsdiskussion | Dienstag, 4. Februar 2020, 18.00 Uhr | Pilecki-Institut Berlin, Pariser Platz 4a

Teilnehmer:

- Eldad Beck, Journalist, Europäischer Korrespondent der israelischen Zeitung „Israel HaYom“, Berlin

- Andreas Nachama, Rabbiner, ehemaliger langjähriger Direktor der Stiftung „Topographie des Terrors“, Berlin

- Karolina Wigura, Soziologin an der Universität Warschau und Leiterin des Politikressorts des polnischen Online-Magazins „Kultura Liberalna“, Warszawa

- Jan C. Behrends, Historiker, leitet das Forschungsnetzwerk "Legacies of Communism" am ZZF in Potsdam und unterrichtet Osteuropäische Geschichte an der Humboldt Universität zu Berlin

Moderation:

- Mateusz Fałkowski, Stellvertretender Leiter, Pilecki-Institut Berlin

Grußwort:

- Hanna Radziejowska, Leiterin, Pilecki-Institut Berlin

Dieses Jahr jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 75. Mal, doch das Ringen um die historische Deutungshochheit hört nicht auf, im Gegenteil, es nimmt gar an Intensität zu. In seiner Neujahrsbotschaft gab Russlands Präsident Wladimir Putin unmissverständlich zu verstehen, dass der Kreml seine politisch instrumentalisierten Narrative über den Zweiten Weltkrieg im Dienste sowohl innen- wie auch außenpolitischer Ziele einsetzen werde. Eine weitere Rede Putins zu diesem Thema ist für den 23. Januar in Yad Vashem in Jerusalem aus Anlass der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vorgesehen.

Der Themenkomplex rund um den Zweiten Weltkrieg ist auch im polnisch-israelischen oder deutsch-polnischen Verhältnis stets präsent. Nationale Geschichtspolitiken stellten schon immer einen Bestandteil der internationalen Beziehungen dar, sei es im Rahmen der zumindest seit den 1970er Jahren intensiv geführten Holocaust-Debatten, oder als Teil der erinnerungskulturellen Versöhnungsdiskurse innerhalb der Europäischen Union.

Das Ende des Kalten Krieges und der EU-Beitritt der Länder Ostmitteleuropas haben dazu geführt, dass sich Staaten wie Estland oder Polen, mit eigenen Erfahrungen der Kriege und der beiden totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts, besser Gehör verschaffen können. Das postkommunistische Europa wurde zu einem besonderen Ort, an dem divergierende Narrative zum Zweiten Weltkrieg aufeinanderprallen. Am 4. Februar diskutieren wir mit unseren Gästen verschiedene politische Aspekte der Erinnerungskulturen und die jüngsten Fälle von politischer Instrumentalisierung der Vergangenheit.

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