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Bald: Die Premiere des lange verloren geglaubten Avantgarde-Films "Europa"

13.03.2020

Verbringen Sie einen besonderen Abend mit uns im Tate Modern Museum und erleben Sie die erste öffentliche Vorführung von "Europa" seit 1930.

Standbild aus dem Film Europa von Stefan und Franciszek Themerson, Warschau, 1931/32, schwarz-weiß, stumm, 35mm, 12 Minuten, bei 18 Bildern/Sek. © Themerson Estate

(Dieser Text enstand auf Basis der Originalbeschreibung des Tate Modern Museum: https://www.tate.org.uk/whats-on/tate-modern/film/franciszka-and-stefan-themerson-europa)

Der Film wurde von Franciszka und Stefan Themerson zwischen 1931 und 1932 in Warschau gedreht. Nachdem die Themersons nach Paris umgezogen waren und der Zweite Weltkrieg ausbrach, versteckten sie den Originalband mit der Aufnahme von "Europa" zusammen mit ihren anderen Filmen in einem Filmlabor, wo er dann allerdings 1940 von den Nazis gefunden und gestohlen wurde. Dank der umfangreichen Archivforschungen des Pilecki-Instituts im vergangenen Jahr kann man ihn sich jetzt wieder anschauen. 

Europa

Bei "Europa" handelt es sich um eine Verfilmung von Anatol Sterns gleichnamigem Gedicht von 1925. In dem Gedicht zeichnet sich die baldige Tragödie Europas ab, sein Zerfall, zugleich wird aber auch im Gegenzug die schier grenzenlose unverwüstliche Lebenskraft der Natur gezeigt. Das Hauptnarrativ des Films wird durch wiederholte Verweise auf ein schlagendes Herz, welches Europa am Leben hält, aufgebaut

Standbild aus dem Film Europa von Stefan und Franciszek Themerson, Warschau, 1931/32, schwarz-weiß, stumm, 35mm, 12 Minuten, bei 18 Bildern/Sek. © Themerson Estate

Filmtechnisch ging "Europa" selbstbewusst neue Wege und experimentierte frivohl-eklektisch mit den Möglichkeiten, die das damalige experimentelle Kino bot. Im Bereich der Montage, Animation, Fotografie, Schattenspiel, Zeitraffer und Abstraktion war der Film gar seiner Zeit voraus. 

Europa ist der zweite Avantgarde-Film der Themersons, die Suche nach dem ersten hat bislang noch keine Früchte getragen. 

Teil der Vorführung ist auch ein Vortrag von Jasia Reichardt über die Geschichte des Films. Eine englische Übersetzung des Gedichts von Anatol Stern in seiner Originalfassung wird dem Publikum zur Verfügung stehen.

Eine Auswahl der Werke der Themersons kann man bei Media Networks sehen.

Programm
Einführung von Benjamin Cook, Direktor, LUX
Europa Rekonstruktion 1983-4, digitales Video, schwarz-weiß, stumm, 9 min
Europa 1931-2, 35 mm übertragen auf digitales Video, schwarz-weiß, stumm, 10 min

Vortrag von Jasia Reichardt, "Eine Schriftstellerin spricht über Kunst"
Wiederholte Vorfühung von Europa
Q&A mit Jasia Reichardt und Benjamin Cook

Standbild aus dem Film Europa von Stefan und Franciszek Themerson, Warschau, 1931/32, schwarz-weiß, stumm, 35mm, 12 Minuten, bei 18 Bildern/Sek. © Themerson Estate

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