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Aktivismus und Archive - was war zuerst da?

19.03.2021

Warum werden Archive gegründet? Können gesammelte Akten ein Impuls zum Handeln sein? Ein Online-Vortrag von Alicja Wanderz-Gluza und Anna Meier-Osiński über Arolsen Archives und KARTA.

Warum werden Archive gegründet? Können gesammelte Akten ein Impuls zum Handeln sein?

Online-Vortrag | Alicja Wanderz-Gluza, Anna Meier-Osiński | Registrierung: https://zoom.us/webinar/register/WN_QxYYaPyBTyyvWEoWc6jEyg

Das Event findet auf Deutsch und Polnisch statt.

Alicja Wancerz-Gluza wird über die geheime Verlagstätigkeit, die zur Gründung der Stiftung Zentrum KARTA in Polen führte, und über Projekte des Zentrums erzählen. Eines davon war das Ostarchiv (Archiwum Wschodnie), welches die Schicksale der Polinnen und Polen unter sowjetischer Okkupation und der in die UdSSR verbannten Personen dokumentierte. KARTA führte auch zusammen mit der russischen Nichtregierungsorganisation „Memorial“ einen Index der Unterdrückten mit Namen der Opfer von sowjetischen Repressalien.

Während des Seminars erfahren Sie mehr über die informelle Beschaffung von Informationen über vermisste Personen und über die Tätigkeit des Zentrums KARTA.

Anna Meier-Osiński wird die Geschichte der Arolsen Archives und die Kampagne und Ausstellung #StolenMemory und #everynamecounts – ein digitales Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus – vorstellen.

Uhr und Schmuck, Ehering und Dokumente, Briefe und Fotos: In den Konzentrationslagern nahmen die Nationalsozialisten den Menschen ihre persönlichen Gegenstände ab. Die
Arolsen Archives bewahren noch knapp 2.700 persönliche Besitzstücke ehemaliger KZ-Häftlinge bis zur Rückgabe an die Familien auf.
Die Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts bietet einen neuen und sehr direkten Weg, sich aktiv mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Alicja Wancerz-Gluza, Polnischlehrerin, Aktivistin der Bewegung „Solidarność“. Im Jahre 1982 war sie Mitgründerin der polnischen Untergrundzeitschrift „Karta“. Sie schrieb Artikel, half beim Druck und Kolportieren der Zeitschrift.
Seit 1987 engagierte sie sich für das in Konspiration entstehende Ostarchiv. Sie organisierte Schülerwettbewerbe im Fach Geschichte und war Koautorin von Dokumentarfilmen. Im Jahre 2011 wurde sie für ihre Tätigkeit für die Zivilgesellschaft mit dem Offizierskreuz des Ordens Polonia Restituta ausgezeichnet.
Aktuell leitet sie die Abteilung für Bildung und Innovation im Zentrum KARTA und
koordiniert das Projekt zu digitalen Archiven lokaler Traditionen („Cyfrowe Archiwa Tradycji Lokalnej“).

Anna Meier-Osiński kam 2015 zu den Arolsen Archives als Leiterin der Abteilung Tracing und wurde 2020 Outreachmanagerin für Osteuropa. Anna Meier-Osinski ist Magister für Kulturgeschichte Ost- und Ostmitteleuropas, Polonistik und Politikwissenschaften. Sie studierte an der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen und an der Universität Gdańsk/Danzig in Polen. Ihre Magisterarbeit „Die Vernichtung der polnischen Oberschicht im Gau Danzig Westpreußen“ basiert auf biographischen Interviews mit ehemaligen polnischen politischen Häftlingen des KZ Stutthof aus dem Jahr 2005. Bevor sie zu den
Arolsen Archives nach Bad Arolsen kam, war sie stellvertretende Leiterin der Pädagogischen Abteilung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz, wo sie für die Zusammenarbeit mit den ehemaligen Häftlingen und Überlebenden des Konzentrations-und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und für die internationalen Bildungsprogramme
verantwortlich war.

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