News

UN/ERWÜNSCHTE TRÄUME - wirst du ihnen mit mir zusammen zuhören?

24.02.2020

UN/WANTED DREAMS ist eine Installation, die den Träumen der ehemaligen KZ-Häftlinge aus Auschwitz gewidmet ist. Das Projekt basiert auf der Forschung von Prof. Kłodziński in den 1970er Jahren und Materialien aus den Archiven des Staatl. Museums Auschwitz.

English below

UN/WANTED DREAMS ist eine Installation, die den Träumen der ehemaligen KZ-Häftlinge aus Auschwitz gewidmet ist. Das Projekt basiert auf der Forschung von Prof. Kłodziński in den 1970er Jahren und Materialien aus den Archiven des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau.

Die Performance wird von Künstlern ausgeführt, die zu dem Projekt eingeladen wurden und die Träume auf Deutsch, Polnisch und Englisch vorlesen werden.

UN/WANTED DREAMS
UN/ERWÜNSCHTE TRÄUME
NIE/CHCIANE SNY

Samstag, 07.03.2020, 19.00 - 23.00 Uhr
Pilecki-Institut, Pariser Platz 4A
Eintritt frei
Wir bitten um Bestätigung Ihrer Teilnahme bis zum 05.03.2020 per E-Mail an berlin@pileckiinstitut.de

Der zeitliche Rahmen (19.00 - 23.00) ist grob vorgegeben - sie können dem Kreis jedoch zu jedem Zeitpunkt beitreten und ihn verlassen.


UN/ERWÜNSCHTE TRÄUME

Wirst du ihnen mit mir zusammen zuhören?

Im Herbst 1973 hat Stanisław Kłodziński, seinerseits Doktor der Medizin und KZ-Häftling in Auschwitz mit der Nummer 20019, einen Fragebogen an 561 ehemalige KZ-Häftlinge versandt. Dieser fragte nach ihren Träumen, die sie im Vernichtungslager und dann als Überlebende viele Jahre später hatten. Manche Ex-Häftlinge träumten fast jede Nacht über die traumatischen Erfahrungen. 147 Personen nahmen an der Umfrage teil.

Häufig wurden die Antworten hastig heruntergeschrieben, ohne auf Rechtschreibung und Interpunktion zu achten. Es wirkte so, als seien diese Aufzeichnungen gegen den Willen ihrer Verfasser oder gar gegen sich selbst angefertigt worden. Auf eine geradezu grausame Art und Weise wirkten die Träume nach. Sie verfolten und terrorisierten die Häftlinge, nahen ihnen jede Möglich, sich ungetrübt auf das Hier und Jetzt, das Danach einlassen zu können.

Wieso plagten die Träume die ehemaligen KZ-Häftlinge noch viele Jahre nach dem Krieg?

Vielleicht entsteht Heilung nicht dadurch, dass man die Vergangenheit einfach hinter sich lässt und vergisst?

Menschen haben sich schon seit jeher Geschichten weitererzählt und alles dafür getan, dass dieses Wissen für immer von Generation zu Generation überliefert wurde. Sie kamen zusammen und schufen den entsprechenden Nährboden, auf welche Erzählungen gedeihen konnten. In solchen Gemeinschaften war der Zuhörer genauso wichtig wie der Erzähler. Denn es lag an ihm, das Gedankengut und die Erfahrungen des Erzählers zu rezipieren und zu überliefern.



Auszüge aus dem Kuratorentext von Monika Grochowska

Regie: Monika Grochowska

Text: Träume ehemaliger Auschwitz-Häftlinge – Aglaida Brudkowska, Janina Czerwiec-Dzierżymirska, Karol Dymiński, Józef Glazer, Zbigniew Giżyński, Władysław Koszyk, Jan Liwacz, Felicja Piekarska, Zygmunt Podhalański, Kazimierz Tokarz, Alfred Skrabania, Helena Stypulczak, Kazimierz Sowa, Zenon Szokalski
Übersetzung: Marek Kazimierski, Esther Kinsky, Małgorzata Hoc.
Bühne: Beata Fudalej, Monika Grochowska, Ariel Nil Levy, Mareile Metzner, Sean Palmer, Juliane Torhorst

Dramaturgie: Monika Grochowska, Artur Pałyga

Musik: Marcin Macuk

Bühnenbild: Anna Czarnota

Produktion: Pilecki-Institut Berlin

Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung unter berlin@pileckiinstitut.de möglich

Ab dem 10. März wird man sich in unserer Ausstellung eine Aufzeichnung von Träumen ehemaliger KZ-Häftlinge anschauen können. Es handelt sich dabei um eine Videoinstallation, welche den Traumata ehemaliger Auschwitz-Häftlinge audiovisuellen Ausdruck verleiht. Die Schauspieler lesen die authentischen Nachkriegsträume nebst ihrer literarischen Auslegung vor. Die Autoren und die Beschreibung der Installation:

Regie: Monika Grochowska
Text: Träume ehemaliger Auschwitz-Häftlinge: Aglaida Brudkowska, Janina Czerwiec-Dzierżymirska, Karol Dymiński, Józef Glazer,
Zbigniew Giżyński, Władysław Koszyk, Jan Liwacz, Felicja Piekarska, Zygmunt Podhalański, Kazimierz Tokarz, Alfred Skrabania, Helena Stypulczak, Kazimierz Sowa, Zenon Szokalski und literarische Träume: Joanna Bator, Sylwia Chutnik i Monika Powalisz
Bühne: Mariusz Bonaszewski, Beata Fudalej, Agnieszka Grochowska, Ariel Nil Levy, Maria Maj, Mareile Metzner, Sean Palmer, Juliane Torhorst
Éxquartet der Orchestermusiker der Stettiner Philharmonie: Monika Sawczuk (Violine I), Łukasz
Górewicz (Violine II), Grzegorz Sadowski (Bratsche), Tomasz Szczęsny (Cello)
Dramaturgie: Monika Grochowska, Artur Pałyga
Musik: Marcin Macuk
Bühnenbild: Anna Czarnota
Lichtgestaltung: Katarzyna Łuszczyk
Produktionsleitung: Anna Piekarska-Szczerba
Mitarbeit: Jakub Świetlik, Anna Bobczuk, Małgorzata Gąsiorowska, Marcin Jaworowicz, Hanna Radziejowska, Zuzanna Stankiewicz
Technik, Video: Media Service, Tengent Studio
Produktion: Pilecki-Institut
Inspiration: Hanna Radziejowska
Übersetzung: Marek Kazmierski, Esther Kinsky, Małgorzata Hoc
Besonderer Dank geht an Dr. Piotr Cywiński, das Auschwitz-Birkenau Museum und Dorota Serwa sowie der Stettiner Philharmonie.


UN/WANTED DREAMS is an installation dedicated to the dreams former KL Auschwitz concentration camp inmates have long been experiencing. The project is based on research conducted by Prof. Kłodziński in the 1970s and materials from the Auschwitz-Birkenau Museum Archives.

This artistic presentation will be co-created by artists who have been invited to take part in the project and will read the dreams in German, Polish and English.

UN/WANTED DREAMS
UN/ERWÜNSCHTE TRÄUME
NIE/CHCIANE SNY

Saturday, 07.03.2020, 19.00 - 23.00.
Pilecki-Institut, Pariser Platz 4A
Free admission
Please confirm your attendance no later than 05.03.2020 by e-mail: berlin@pileckiinstitut.de
Though the whole event will take place between 19.00 and 23.00 you´re free to join and leave at your convenience

UN/WANTED DREAMS

Will you listen to unwanted dreams with me?

In the autumn of 1973, Stanisław Kłodziński, a doctor and former Auschwitz prisoner (number 20019) sent out a questionnaire to 561 Auschwitz survivors. His survey related both to the dreams they had been experiencing during their incarceration as well as those occurring many years after their trauma. Some of the survivors have been dreaming of Auchwitz almost every night following their release. Dr. Kodziński’s appeal was answered by 147 former inmates.

Many of these dreams were written up hurriedly, ignoring grammar and punctuation rules, almost as if all this took place against the will of their authors. These dreams acted – in a cruel way, admittedly – as history’s guardians. They would not allow the survivors to forget often terrorizing and persecuting them still. In spite of the survivors’ wishes and hopes, they demanded they not be forgotten.
Why have Auschwitz survivors been continuously haunted by unwanted dreams many years after their rescue?
Perhaps it is not through forgetting that healing occurs?
People have been telling stories and passing down knowledge for future generations since the dawn of mankind. They would sit together and prepare the fertile ground for stories to be told and further flourish. A community defined in such a manner, puts the tellers and listeners on an equal footing, for they were the ones charged with the responsibility of nurturing and and passing on the experiences of others.
Excerpts from the curatorial text by Monika Grochowska

Direction: Monika Grochowska
Text: dreams dreamt by former KL Auschwitz inmates – Aglaida Brudkowska, Janina Czerwiec-Dzierżymirska, Karol Dymiński, Józef Glazer, Zbigniew Giżyński, Władysław Koszyk, Jan Liwacz, Felicja Piekarska, Zygmunt Podhalański, Kazimierz Tokarz, Alfred Skrabania, Helena Stypulczak, Kazimierz Sowa, Zenon Szokalski.
Translations: Marek Kazmierski, Esther Kinsky, Małgorzata Hoc.
Performing: Beata Fudalej, Monika Grochowska, Ariel Nil Levy, Mareile Metzner, Sean Palmer, Juliane Torhorst
Dramaturgy: Monika Grochowska, Artur Pałyga
Music: Marcin Macuk
Scenography: Anna Czarnota
Production: Pilecki-Institut Berlini


From 10 March onwards a video recording documenting the dreams of former concentration camp inmates will be available at our exhibition for you to watch. It is a video installation aiming to express the traumas of former Auschwitz prisoners in a mature audiovisual form. The actors will read out the authentic post-war dreams along with their literary interpretation. The authors and the description of the installation:


https://facebook.com/events/s/unwanted-dreams/516491849161775/?ti=icl

See also