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Auf dem Photo ist eine Auswahl der bisherigen Portfolios der erfolgreichen, für das Projekt "Living Archives" qualifizierten Teilnehmer*innen zu sehen

Doch nicht zwölf, sondern sechzehn: soviele Kandidat*innen haben es geschafft und werden an unserem Living Archive Comicprojekt teilnehmen. Herzlichen Glückwunsch!!! 

Über 70 Bewerbungen wurden bei uns eingereicht, Tag und Nacht haben wir uns jede von ihnen geradezu schweißbadend angeguckt, alle möglichen Facetten und Aspekte diskutiert, denn nicht nur die Quantität, sondern auch Qualität war beeindruckend. Immerhin haben wir es geschafft, die Teilnehmer*innenzahl auf 16 zu erhöhen – mehr war wirklich nicht drin und schweren Herzens mussten wir uns von vielen großartigen Entwürfen verabschieden.

Die Teilnehmer*innenliste ist hier einzusehen. Es ist insgesamt ein bunter Mix aus bereits etablierten Künstler*innen mit vielen Veröffentlichungen wie auch aufstrebenden jungen Talenten, für welche das Projekt sicherlich eine große Chance bietet.

Wir möchten sowohl allen qualifizierten Kandidatin*innen wie auch insgesamt alle Bewerber*innen gratulieren! Und an alle, die es diesmal nicht geschafft haben: Dies war mit Sicherheit nicht unser letztes Comicprojekt!

 

Projektbeschreibung

 

Das Pilecki-Institut, eine unabhängige Forschungs- und Wissenschaftseinheit im Herzen Berlins, hat beschlossen, sich dem Comic zu öffnen:

Wir wollen eine Laborsituation schaffen, in der sich eine Gruppe von Comic-Künstlern gemeinsam über zwölf individuelle, kurze Comics austauscht. Dabei wollen wir uns offen zeigen für Experimente mit der Form des dokumentarischen Comics, bzw. des Comic-Essays, und seinen narrativen, informativen und poetischen Möglichkeiten, die zusätzlich durch die Einbindung von historischem Quellenmaterial gegeben sind.

Unser Institut digitalisiert seit 2019, gemäß einer mit dem Bundesarchiv unterzeichneten Vereinbarung, Schlüsseldokumente zum 20. Jahrhundert, die sich im Besitz des Archivs befinden. Wir möchten, dass die Archive und die in ihnen verborgenen Geschichten nicht nur das Interesse akademischer Kreise wecken, sondern mit Hilfe von dokumentarischen Comics auch bei einem breiteren Publikum Anklang finden.
Im Fokus steht dabei die Geschichte der letzten 70 Jahre des 20. Jahrhunderts – und nicht zuletzt ihrer totalitärer Exzesse – da sie entscheidend ist für das Verständnis und die weitere Entwicklung demokratischer Ansätze für eine konstruktive und dauerhaft friedliche Zusammenarbeit zwischen den Völkern Europas.

Die Teilnehmenden erarbeiten im Laufe des Projekts jeweils einen eigenen Comic mit einem Umfang von ungefähr 12-16 Seiten.
Ergebnis am Ende der acht Monate soll eine gemeinsame Publikation sein, die durch das Pilecki-Institut herausgegeben und in Koproduktion mit einem Verlag (tba) realisiert wird.

Die künstlerische Leitung des Projekts übernehmen Ulli Lust (Comiczeichnerin, Professorin Hochschule Hannover), Kai Pfeiffer (Comiczeichner, Dozent, Kurator) und Monika Powalisz (Schriftstellerin, Dramatikerin, Comic-Szenaristin).


In monatlichen Treffen im Pilecki-Institut und an anderen Orten in Berlin werden wir gemeinsam die verschiedenen Stadien des Entstehungsprozesses der Comics diskutieren sowie uns im Zuge dessen mit jeweils neuen Aspekten des dokumentarischen Comics beschäftigen, angeregt durch Vorträge der Projektleiter und besondere Programmpunkte, wie z.B. die Einführung in die Archivarbeit und Recherche anlässlich eines gemeinsamen Besuchs des Bundesarchivs in Berlin. Zudem werden uns die Mitarbeiter des Pilecki-Instituts begleiten und mit Beratung, Anregung und Fakten-Checks mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ergänzt wird das Programm durch internationale Gäste, die in eintägigen Begegnungen mit den Teilnehmenden aus ihrer Praxis berichten, ihre Methoden vorstellen und auf die Arbeiten der Projektteilnehmenden reagieren, gefolgt von öffentlichen Vorträgen mit anschließender Podiumsdiskussion.
Zugesagt haben bislang u.a. Rutu Modan („Das Erbe“), Birgit Weyhe („Im Himmel ist Jahrmarkt“), Leela Corman („Unterzakhn“) und Emmanuel Guibert („Der Fotograph“).

Wir wollen das Projekt in ersten Vorbesprechungen mit der Gruppe der zwölf Autoren, bzw Autoren-Teams Ende Juni bzw. Anfang Juli dieses Jahres starten – die eigentliche Arbeit im Monatstakt beginnt ab September 2020.
Zusätzlich zu den monatlichen Treffen sind individuelle Konsultationen mit den Projektleitern per Email und Video-Anruf möglich.

Das Programm wird vorrangig in englischer Sprache durchgeführt; einzelne Programmpunkte und individuelle Besprechungen sind auch auf Deutsch möglich.

Sämtliche Programmpunkte, auch die Treffen mit den internationalen Gäste, und die Art ihrer Durchführung vor Ort unterliegen selbstverständlich den gebotenen Regeln und Sicherheitsvorkehrungen während der im Herbst und Winter 2020/21 sicherlich noch nicht ausgestandenen Covid-19 Pandemie.


 

Die Autorin*innen der oben gezeigten Bilder: 

Julia Bernhard, Till Lukat, Katharina Greve, Olivier Grajewski, Karolina Chyżewska, Sheree Domingo, Anne Zimmermann, Bianca Schaalburg, Clayton Junior, Inga Dreyer und Julia Kluge, Hannah Brinkmann, Thomas Gilke, Nathalie Frank, Jakob Hinrichs, Katia Fouquet, Nik Neves.

 

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