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Unsere Online-Diskussion mit Ulrike Ackermann, Ralf Fücks, Agnieszka Romaszewska, Jakub Wygnański und Mateusz Fałkowski

 

Die Werte der Solidarność |  Online-Diskussion mit Ulrike Ackermann, Ralf Fücks, Agnieszka Romaszewska, Jakub Wygnański | Moderator: Mateusz Fałkowski | 31. August um 16 Uhr

Hier kann man sich registrieren: http://bit.ly/polishaugust 

Teilnehmer*innen: 

Ulrike Ackermann - Professorin für Politikwissenschaften, Gründerin und Direktorin des John Stuart Mill Instituts für Freiheitsforschung, zuletzt veröffentlicht Das Schweigen der Mitte: Wege aus der Polarisierungsfalle (2020). Sie unterstützte Bürgerbewegungen in Zeiten der Volksrepublik Polen und in der Tschechoslowakei in den 70er und 80er Jahren des 20. Jh.

Ralf Fücks - langjähriger Vorstandsvorsitzender der Heinrich-Böll-Stiftung, Mitglied von Bündnis 90/ die Grünen, aktuell Gründer und geschäftsführender Gesellschafter des Berliner Thinktanks Zentrum Liberale Moderne. Er veröffentlichte u.a. Freiheit verteidigen. Wie wir den Kampf um die offene Gesellschaft gewinnen (2017). Als Aktivist in Student*innenbewegungen in Bremen unter-stützte er die Solidarność.

Agnieszka Romaszewska - Journalistin, Gründerin und Leiterin des in weißrussischer Sprache über-tagenden TV-Senders Bielsat TV. In den 80er Jahren war sie in Widerstandsorganisationen in Polen tätig, die sich zum weiten Spektrum der Solidarności-Bewegung formierten: der Unabhängige Stu-dentenverband (NZS) und die Bewegung für Freiheit und Frieden (WiP).

Jakub Wygnański - Soziologe, in den 90er Jahren einer der Hauptakteure der NGO-Szene in Polen, Gründer einer ganzen Reihe von gesellschaftlichen Organisationen, Leiter der Pracownia Badań i Innowacji Społecznych „Stocznia”. In den 80er Jahren war er Mitglied der Bewegung von selbstun-terrichtenden Mittelschulen, welche sich im Jahr 1989 mit den Bürgerkomitees zusammenschloss.

Mateusz Fałkowski - Soziologe, stellvertretender Leiter des Pilecki-Instituts Berlin, Gründer und Mit-leitender der Forschungsgruppe „Solidarność: Neue Ansätze zur Analyse einer gesellschaftlichen Bewegung“ https://solidarnosc.collegium.edu.pl/

 

Inzwischen sind seit der Entstehung der polnischen NSZZ Solidarność (NSZZ steht für „UNAB-HÄNGIGE SELBSTVERWALTETE GEWERKSCHAFT SOLIDARITÄT“) 40 Jahre vergangen - eine der bedeutendsten und wichtigsten gesellschaftlichen Bewegungen weltweit, die außerdem auch ein Gewerkschaftsbund und kulturelles Phänomen darstellte.

Die Bewegung umfasste in Zeiten ihrer größten Mobilisierung beinahe die gesamte polnische Gesellschaft und bestand nach der Unterdrückungswelle weitere Jahre im Untergrund in illegalen Netzwerken, um 1989 die gesellschaftliche Basis der politischen Veränderungen und gleichzeitig Inspiration für andere europäische Gesellschaften zu werden.

In der Solidarność-Bewegung beteiligten sich und arbeiteten Menschen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen, Auffassungen und Motivationen: Arbeiterinnen, Arbeiter und Intellektuelle, Menschen, für die entweder religiöse, linksorientierte, oder nationale Werte die wichtigsten darstellten.

Die Solidarność-Revolution entfachte einen gesellschaftlichen Aufbruch, ermöglichte neue, nicht nur politische, Handlungsmöglichkeiten und definierte ein neues Gemeinschaftsgefühl. Sie war eine Bewegung des Kampfes um Rechte und Würde im autoritären System. Aber auch jetzt, nach 40 Jahren, kann sie eine attraktive Inspirationsquelle sein.

Die heutigen europäischen Gesellschaften sehen sich mit aufkeimenden radikalen Strömungen unterschiedlichster ideologischer Couleur konfrontiert, welche die Debattenräume zu vereinnahmen versuchen.


Die Gemeinschaft als Raum, in welchem Menschen unterschiedliche Auffassungen haben und eine Auseinandersetzung zwischen ihnen möglich ist, war in Zeiten der Solidarność präsent und auch heute noch wichtig. Es ist unmöglich und auch nicht nötig die damalige Solidarność zu reaktivieren, jedoch sind ihre Werte noch immer verlockend und anziehend. Wir sprechen über diese Werte mit Prof. Dr. Ulrike Ackermann, Ralf Fücks, Agnieszka Romaszewska und Jakub Wygnański. Die Diskussion moderiert Mateusz Fałkowski.

 


Der Polnische August 80 | Enthüllung des Wandbilds von Paweł Ryżko (offizielle Vernissage) | Bernauer Straße 63-64, 13355 Berlin | 31. August um 18 Uhr 

RSVP an: berlin@pileckiinstitut.de 

 

Das Projekt "Der Polnische August 80’" ist eine Kooperation des Wola Kulturzentrums (Wola ist ein Stadteil Warschaus) und des Pilecki-Institus in Berlin. Mehrere Institutionen aus Polen und Berlin sind außerdem zusätzlich als Partner*innen am Projekt beteiligt – das Zentrum für historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin, StreetArt Berlin, Brain Damage Gallery und die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Das Projekt soll an  den 40. Jahrestag der August-Abkommen und der Gründung der polnischen „Solidarność“ erinnern, zugleich aber auch den historischen Kern in die Gegenwart tragen, damit dieser uns weiterhin als Inspiration und axiologischer Orientierungsrahmen dient. 

Die „Solidarność“ war eine der bedeutendsten und größten sozialen Bewegungen der Welt und erreichte 10 Millionen Polen, die friedlich gegen die kommunistische Diktatur protestierten. Die Streiks vom August 1980, die mit der Unterzeichnung der August-Abkommen endeten, in denen sich die Arbeiter neue und in den kommunistischen Ländern beispiellose Räume der Freiheit erkämpften, waren ein Moment des Triumphs für die einfachen Menschen, die für die Grundrechte kämpften.

Die Solidarność war aber noch viel mehr: Sie war jener erste Dominostein, der eine lawinenartige Ereigniskette auslöste, welche letzten Endes dann im Fall der Mauer mündete. Ein wenig Symbolik muss sein: Die Mauer, auf der das Wandbild erscheinen wird, befindet sich entlang der Berliner Mauer, auf der Strecke der Gedenkstätte Berliner Mauer und des Fahrradweges Mauerweg.

Wir glauben, dass der Geist und die Botschaft der Solidarnosc zeitlos sind. Nicht zuletzt die aktuellen Ereignisse in Belarus erinnern uns daran. Deswegen möchten wir ein Zeichen setzen.

Ab 31. August kann man sich das Werk im Mauerpark anschauen. 

Der Polnische August 80 | Enthüllung des Wandbilds von Paweł Ryżko (offizielle Vernissage) | Bernauer Straße 63-64, 13355 Berlin | 31. August um 18 Uhr 

RSVP an: berlin@pileckiinstitut.de 

Über die Künstler:

Cezary Hunkiewicz ist seit mehr als 20 Jahren mit dem Urban Art Trend verbunden. Er hat rund ein Dutzend Ausstellungen und Projekte in Polen, Europa und den USA kuratiert. Mitbegründer der Brain Damage Gallery. Herausgeber, Autor von Publikationen und Artikeln über Straßenkunst im weitesten Sinne. Soziologe und akademischer Lehrer. Paweł Ryżko ist ein Absolvent der Fakultät für Grafik und Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Łódź. Seine Werke basieren hauptsächlich auf Plakaten, Typografie und Schablonen, stilistisch bezugnehmend auf die Tradition des Konstruktivismus. Er greift zu einfachen Motiven, flachen Formen, ausdrucksstarken Farben. Seine Werke werden in Polen, Europa und den USA präsentiert.

Paweł Ryżko ist ein Absolvent der Fakultät für Grafik und Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Łódź. Seine Werke basieren hauptsächlich auf Plakaten, Typografie und Schablonen, stilistisch bezugnehmend auf die Tradition des Konstruktivismus. Er greift zu einfachen Motiven, flachen Formen, ausdrucksstarken Farben. Seine Werke werden in Polen, Europa und den USA präsentiert

 

Organisatorin*innen

Das Wolski-Kulturzentrum,

Das Pilecki-Institut in Berlin,

Das Zentrum für historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin

StreetArt Berlin 

Brain Damage Gallery 

Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

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