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Das Gedächtnis als Archiv: Dilemmata der Oral History

13.04.2021

Sind Zeugenerinnerungen eine zuverlässige historische Quelle? Können aufgezeichnete Zeugenberichte eine separate und wertvolle archivarische Ressource darstellen?

Das Gedächtnis als Archiv: Dilemmata der Oral History

Sind Zeugenerinnerungen eine zuverlässige historische Quelle? Können aufgezeichnete Zeugenberichte eine separate und wertvolle archivarische Ressource darstellen? Die Oral History wird unter Geschichtsforscher:innen und -interessierten immer beliebter. Die mit Zeitzeugen geführten Interviews, werden zu einem einzigartigen Quellenmaterial, das in vielen Bereichen und Forschungen verwendet werden kann.

Wir möchten Sie zu unserer nächsten Online-Veranstaltung im Rahmen unserer Seminarreihe „Festung Archiv“ einladen, die den Oral-History-Archiven gewidmet ist. Wir werden Ihnen Sammlungen von Zeitzeugenberichten aus dem 20. Jahrhundert vorstellen, die aus zwei Institutionen stammen: dem Haus der Begegnung mit der Geschichte (DSH), das zusammen mit dem Zentrum Karta ein Oral-History-Archiv mit der größten Sammlung seiner Art in Polen betreibt, und dem Pilecki-Institut, das im Rahmen des Projekts „Zeugen einer Epoche“ ein eigenes Oral-History-Archiv führt. Wir werden mehr über die Herausforderungen erfahren, denen sich ein Archiv bei der Erschließung, Archivierung und Bereitstellung von Oral-History-Sammlungen stellen muss.

Das Gedächtnis als Archiv: Dilemmata der Oral History | Maria Buko und Tomasz Gleb | Anmeldung: https://zoom.us/webinar/register/WN_8M-99diJQ2CN0YjsNm6ZxA

Maria Buko wird über die sich im Laufe der Zeit verändernden Ansichten über die Zugänglichmachung von Oral History und über die Ideen zur Popularisierung der Oral History erzählen. Das Haus der Begegnung mit der Geschichte versucht seit Jahren, ein Gleichgewicht zwischen dem Wohlbefinden der Interviewten, der Verfügbarkeit von Quellen für Forscher:innen und der Sichtbarkeit der Aktivitäten der Institution zu finden.
Maria Buko wird das komplexe Thema der Online-Bereitstellung von Oral History am Beispiel der DSH-Website www.relacjebiograficzne.pl vorstellen.
Tomasz Gleb wird das Projekt des Pilecki Instituts „Zeugen einer Epoche“ und das in seinem Rahmen betriebene Oral-History-Archiv präsentieren. Er wird die Methodik und die einzelnen Projektetappen vorstellen - von der Auswahl der Zeitzeugen über die Realisierung der Aufnahmen bis hin zu deren Verarbeitung, Archivierung und Nutzung. Er wird einige Probleme bei der Arbeit mit Oral History sowie die Zukunftspläne im Zusammenhang mit dem Projekt besprechen.

Mehr über unsere Referenten:

Maria Buko
Dokumentarfilmerin, Leiterin des Oral-History-Archivs im Haus der Begegnung mit der Geschichte (DSH) in Warschau, Soziologin und Historikerin, Doktorandin an der Universität Warschau. Sie befasst sich mit der Erinnerung und Erfahrung von Kindern von KZ-Häftlingen. Koautorin (zusammen mit Katarzyna Madoń-Mitzner und Magda Szymańska) der Studie Przetrwałam. Doświadczenia kobiet więzionych w czasach nazizmu i stalinizmu (Dom Spotkań z Historią, 2017) und Autorin des Buches Pogłosy. Dzieci więźniów niemieckich obozów koncentracyjnych (Dom Spotkań z Historią, 2020).

Tomasz Gleb
Dokumentarfilmer. Seit 1991 in der Stiftung Zentrum KARTA, wo er biografische Berichte (z.B. mit ehemaligen Häftlingen sowjetischer Arbeitslager) aufzeichnete. Redakteur der historischen Vierteljahresschrift „Karta“, wo er das Bildarchiv leitete und Dokumentationen für Ausstellungen und Alben erstellte. 2007-2017 leitete er die Abteilung Geschichte bei der Fotoagentur Forum. Seit 2019 Mitarbeiter der Filmabteilung des Pilecki-Instituts.

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