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Untergegangene Welten. Totalitäre Regime und das Ende des multikulturellen Osteuropas.

25.09.2020

Donnerstag, 01.20.2020, 18.00 | Online-Diskussion | Marek Cichocki, Gerhard Gnauck und Ewa Thompson | Moderator: Hanna Radziejowska

Donnerstag, 01.20.2020, 18.00 | Online-Diskussion | Marek Cichocki, Gerhard Gnauck und Ewa Thompson | Moderator: Hanna Radziejowska

Sprachen: Englisch, Deutsch, Polnisch

Hier kann man sich registrieren: https://zoom.us/webinar/register/WN_D8ulrFyMTwum_RAnKRlHtg

 

Der Angriff der Roten Armee auf die Ostgebiete der Zweiten Polnischen Republik am 17. September 1939, der dem am 1. September 1939 begonnenen Angriff des Dritten Reiches von Westen her folgte, ist eines der Schlüsselereignisse der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Dieses Datum ist ein symbolisches Ende der jahrhundertelangen Erfahrung der kulturellen und politischen Präsenz Polens im östlichen Teil Europas. Thema der Debatte ist die Identität der ehemaligen polnischen Gebiete und das zeitgenössische Verständnis des Grenzlandes und Ostgaliziens im Kontext des politischen und multikulturellen Erbes - sowohl des polnischen, als auch des österreichisch-ungarischen. Wir möchten uns nicht so sehr auf die politischen und militärischen Auswirkungen des Angriffs des Dritten Reichs und der Sowjetunion auf die Zweite Republik im September 1939 konzentrieren, sondern vielmehr auf ihre weitreichenden kulturellen Auswirkungen. Inwieweit bedeutete die Machtübernahme durch diese beiden totalitären Regime das Ende der multikulturellen Zweiten Polnischen Republik sowie des Erbes des polnisch-litauischen Staatenbundes (vor den Teilungen) und der multinationalen Traditionen und Kulturen des "langen 19. Jahrhunderts“ - die Verflechtung litauischer, weißrussischer, polnischer, ukrainischer und russischer Einflüsse? In der Diskussion werden wir das Schicksal der multikulturellen Gemeinschaften berühren, die in diesen Gebieten vor dem Zweiten Weltkrieg lebten, und solche intellektuellen Konstruktionen wie "Grenzland" und "Galizien" diskutieren. Die Debatte wird sich auch mit kulturellen Interpretationen der Region und dem "Ende des Multikulturalismus" befassen, die wir symbolisch mit den Daten des 1. und 17. September 1939 verbinden.

Veranstalter*innen: Pilecki-Institut, Europäisches Netzwerk „Erinnerung und Solidarität“, Zentrum für historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Berlin

Partner*innen: Bundesinstitut für deutsche Kultur und Geschichte in Mittel- und Osteuropa mit Sitz in Oldenburg, Institut für litauische Geschichte

 

 

Wann begann der Zweite Weltkrieg und wann endete er? Im Labyrinth von Europapolitik und Erinnerungskultur’

 

August und September 1939 stellen Schlüsseldaten für das kollektive Gedächtnis Europas und der Welt dar. Der 23. August, der europaweite Gedenktag für die Opfer totalitärer Regime, fällt auf den Jahrestag des Molotow-Ribbentrop Pakts. Der 1. September markiert den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 und am 17. September 1939 überfiel die Sowjetunion Polen, als direkte Konsequenz des Ribbentrop-Molotow Pakts. Der Rückblick auf diese Ereignisse lässt uns diese als Knotenpunkte der Geschichte in Bezug auf nationale Identität, historisches Bewusstseins und narrative Strukturen der europäischen Nationen begreifen. Das Europäische Netzwerk Erinnerung und Solidarität (ENRS), das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften und das Pilecki Institut Berlin, werden am 26. August, sowie am 2. und 24. September 2020 drei Podiumsdiskussionen abhalten, die sich diesen Themen widmen. Alle drei Podiumsdiskussionen werden online über Zoom zugänglich sein.

I.                    Debatte

Online-Debatte: “Im Labyrinth von Politik und Erinnerung. Der Hitler-Stalin-Pakt: geteilte und divergierende europäische Perspektiven und Erfahrungen“

Sprachen: Englisch und Deutsch

Datum: 26. August 2020, 18 Uhr

Hier können Sie sich registrieren: https://zoom.us/webinar/register/WN_YPTRJgwkT_KnPPWiJBHIGg

Organisatoren: Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität (ENRS), Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften & Pilecki Institut

Partner: Bundesinstitut für für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, Litauische Botschaft in Berlin, Litauisches Institut für Geschichte

 

Das Ziel der Debatte ist es nicht nur den wissenschaftlichen Forschungsstand zur Genese und den Konsequenzen des Molotow-Ribbentrop Pakts zu reflektieren. Primär geht es um die zeitgemäßen historischen Auslegungen und die Erinnerungskulturen der Länder, die den Pakt erfuhren, der am 23. August 1939 in Moskau von den Außenministern des Dritten Reichs und der UdSSR unterzeichnet wurde. Die vielen Kriegs- und Nachkriegserfahrungen in Europa bringen unterschiedliche Beurteilungen dieses Ereignisses im Kontext des Zweiten Weltkriegs hervor - so wie die heutigen Debatten um Rassismus, Nationalismus, Intoleranz, Antisemitismus und der propagandistische Gebrauch von Geschichte. Nicht ohne Belang sind daher unterschiedliche Resolutionen, wie zum Beispiel die des Europäischen Parlaments und vieler Aussagen zur historischen Auslegung im Kontext des 75. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs.

 

Teilnehmer*innen:

Moderatorin: Dr. Małgorzata Pakier (Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität)

Sprecher*innen:

Prof. Dr. Alvydas Nikžentaitis, Litauisches Institut für Geschichte (zugesagt)

Prof. Dr. Aline Sierp, Universität Maastricht (zugesagt)

Prof. Dr. Claudia Weber, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt O. (zugesagt)

Prof. Dr. Andrzej Nowak, Jagiellonien-Universität, Krakau (zugesagt)

II.                  Debatte:

Transnationale Geschichtsbücher: Kann es eine gemeinsame Erzählung über den Zweiten Weltkrieg geben?

Hier kann man sich registrieren:  ----> https://bit.ly/3gaOAo5

Datum: 2. September 2020, 15 Uhr (MEZ)

Organisatoren: Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität, Pilecki Institut

Partner: Bundesinstitut für für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Litauisches Institut für Geschichte

 

Die im Jahr 2020 erschienene Publikation des finalen Bands des transnationalen Geschichtsbuchs der deutsch-polnischen Serie „Europa - Unsere Geschichte“ bietet die Gelegenheit über viele Themen zu reflektieren und viele Fragen zu stellen. Eine wesentliche ist: Wie haben die Autoren und Herausgeber das Thema des Zweiten Weltkriegs und seiner Konsequenzen präsentiert? Wie haben sich Voraussetzungen für Lehrbücher zur gegenwärtigen Geschichte und die Erwartungen von Schülern in den letzten 20 Jahren geändert? Welches sind die Vorbedingungen Traumata und Erinnerungskonflikte zwischen Nationen durch ein Geschichtsbuchdialog bezüglich des Zweiten Weltkriegs zu verarbeiten? Wie kann Geschichtsunterricht dazu beitragen und dabei „neue“ ausländerfeindliche und antisemitische Einstellungen vorbeugen? Mit ähnlichen Problemen und Herausforderungen mussten sich auch Autoren und Herausgeber deutsch-französischer, sowie japanisch-südkoreanisch-chinesischer  Geschichtsbücher auseinandersetzen. Ziel der Debatte ist es darüber zu reflektieren, wie der Beginn, der Verlauf und das Ende des Zweiten Weltkriegs im Geschichtsunterricht in verschiedenen europäischen und asiatischen Ländern präsentiert wird. 

 

Moderator: Prof. Dr. Igor Kąkolewski, Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

 

Sprecher*innen:

Dr. Emmanuelle Hébert, Katholische Universität Löwen, Belgien; Politikwissenschaftlerin und Autorin der Publikationen zu deutsch-polnischen und deutsch-französischen Geschichtsbuchdialogen, u.a.: Historical Commissions as a Foreign Policy Tool, in: A. Jarosz (Hrsg.), Models of European Civil Societies (Cambridge 2018) und Passé(s) recomposé(s). Les commissions d’historiens dans les processus de rapprochement (Pologne-Allemagne, Pologne-Russie) (Brüssel 2020). 

Dr. Wolfram Meyer zu Uptrup, Historiker, stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin, einer der Begründer des deutsch-polnischen Projekts des transnationalen Geschichtsbuchs und deutscher Vorsitzender des Leitungskomitees des deutsch-polnischen Geschichtsbuch-Projekts in den Jahren 2006-2012.

Prof. Dr. Akiyoshi Nishiyama, Kyoritsu Woman's University, Tokio, Historiker und Experte in Bezug auf Lehrbuchdialoge und Kooperationen von Historikern in Asien; u.a.: Im Fernen Osten nichts neues? Transnationale historiographische Perspektiven im nationalistischen Ostasien, in: Historie. Jahrbuch des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (7 2013/2014).

Dr. Marcin Wiatr, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Historiker, Beauftragter auf deutscher Seite für die Arbeiten der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission von Historikern und Geographen und Teilnehmer des deutsch-polnischen Lehrbuchprojekts „Europa - Unsere Geschichte“; Autor von u.a.: Literarischer Reiseführer Oberschlesien. Fünf Touren durch das barocke, (post)industrielle, grüne, mystische Grenzland (Potsdam 2016).


When did the Second World War Begin and When Did It End?

In the Maze of European Politics and Culture of Memory

26 August–24 September, 2020 Series of three online debates

Since 1939 August and September are key dates for European and world memory. On 23 August, the European Day of Remembrance for Victims of Totalitarian Regimes is observed on the anniversary of the Molotov-Ribbentrop Pact. September 1 marks the outbreak of the Second World War in 1939 and on 17 September 1939 the Soviet Union invaded Poland, a direct consequence of the Ribbentrop-Molotov Pact. Looking back at these events encourages us to speak about nodal points of national identities, historical awareness of European nations, and narrative patterns adopted in referring to the past. European Network Remembrance and Solidarity (ENRS), Centre for Historical Research of the Polish Academy of Sciences in Berlin and the Berlin-based branch of the Pilecki Institute will hold a series of three panel discussions on 26 August as well as on 2 and 24 September 2020 that will be devoted to these issues. All three panel discussions will be available online through Zoom.

26 August, 2020, 6 pm

In the Labyrinth of politics of memory. Hitler-Stalin Pact: shared and divided European perspectives and experiences

Language: English, German

You can registrate here: https://zoom.us/webinar/register/WN_YPTRJgwkT_KnPPWiJBHIGg

The aim of the debate is to reflect not only on the state of academic research on the genesis and consequences of the Molotov-Ribbentrop Pact, but primarily on current historical policies and cultures of remembrance of countries experiencing the pact signed on 23 August 1939 in Moscow by Third Reich and USSR Foreign Ministers. Various war and post-war experiences in Europe have caused differences in assessment of this event in the context of the Second World War, as have today`s challenges such as racism, nationalism, intolerance, anti-Semitism and propagandistic use of history. Not without significance are different resolutions, for example, of the European parliament and numerous statements on historical policy in the context of the 75th anniversary of the end of the Second World War.

Speakers:

Prof. Alvydas Nikžentaitis, Institute of the History of Lithuania

Prof. Aline Sierp, Maastricht University

Prof. Claudia Weber, Viadrina University, Frankfurt O.

Prof. Andrzej Nowak, Jagiellonian University, Kraków

Moderator:

Dr Małgorzata Pakier, European Network Remembrance and Solidarity

Organisers: European Network Remembrance and Solidarity, Pilecki Institute, Centre for Historical Research of the Polish Academy of Sciences in Berlin

Partners: Federal Institute for History and Culture of the Germans in Eastern Europe, Oldenburg, Lithuanian Embassy in Berlin, Lithuanian Institute of History

2 September, 2020, 3 pm

Transnational history textbooks: can there be a common narrative on the Second World War?

You can registrate here:   ----> https://bit.ly/3gaOAo5

Language: English, German

The 2020 publication of the final volume of a transnational history textbook from the Polish-German series ‘Europe: Our History’ is an opportunity to reflect on many issues and ask many questions. A key one is: How have the authors and publishers presented the subject of the Second World War and its consequences? How have requirements for textbooks on contemporary history and expectations of students changed in the last 20 years? What are the preconditions for overcoming Second World War-related traumas and memory conflicts between nations through a history textbook dialogue? How can history lessons contribute to it and prevent “new” xenophobic and anti-Semitic attitudes? Similar problems and challenges also had to be faced by authors and publishers of transnational Franco-German or Japanese-South Korean-Chinese textbooks. The debate aims to reflect on how the start, course and end of the Second World War are presented in history teaching in various countries of Europe and Asia.

Speakers:

Dr. Emmanuelle Hébert, Catholic University of Louvain, Belgium

Dr. Wolfram Meyer zu Uptrup

Prof. Akiyoshi Nishiyama, Kyoritsu Woman's University, Tokyo

Dr. Marcin Wiatr, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung

Moderator:

Prof. Igor Kąkolewski, Centre for Historical Research of the Polish Academy of Sciences in Berlin

Organizers: Centre for Historical Research of the Polish Academy of Sciences in Berlin, European Network Remembrance and Solidarity, Pilecki Institute

Partners: Federal Institute for History and Culture of the Germans in Eastern Europe, Oldenburg, Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Lithuanian Institute of History

 

Third Debate: 

24 September, 2020, time: TBA

The end of worlds? Totalitarian regimes and the end of multicultural communities in Eastern Europe 

Thursday, 01.10.2020, 18.00 | Online discussion | Marek Cichocki, Gerhard Gnauck and Ewa Thompson | Moderator: Hanna Radziejowska

Languages: English, German and Polish

Register here: https://zoom.us/webinar/register/WN_D8ulrFyMTwum_RAnKRlHtg

The Red Army’s onslaught on eastern territories of the Second Polish Republic on 17 September 1939, which followed the invasion from the west by the Third Reich on September 1, forms one of the key events in the 20th-century history of Europe. This date marks a symbolic closure of the experience of Polish cultural and political presence in Europe’s eastern territories that had existed for several centuries. The debate will concern the identity of the former Polish eastern domains as well as contemporary understanding of the Borderlands (Kresy in Polish) and Eastern Galicia as expressions of political and multicultural heritage, both Polish and Austro-Hungarian. We wish to focus not so much on direct political and military repercussions of the attack on the Second Polish Republic by the Third Reich and the Soviet Union in September 1939, but primarily on its long-term cultural effects. To what extent did the rule of these two totalitarian systems mark the end of the multiculturalism of the Second Polish Republic, a legacy of the old (pre-Partitions) Commonwealth as well as multi-ethnic traditions and cultures of the 'long 19th century' with their entangled Lithuanian, Belarussian, Polish, Ukrainian, and Russian influences? The discussion will cover the fates of multicultural communities living in these regions before the Second World War, as well as intellectual constructions of “Kresy”, “Galicia” and “Borderlands”, cultural interpretations of this region, and the ‘end of multicultural worlds’ symbolically hidden behind the dates of 1 and 17 September 1939.

Organizers: Pilecki Institute, European Network Remembrance and Solidarity, Centre for Historical Research of the Polish Academy of Sciences in Berlin

Partner: Federal Institute for History and Culture of the Germans in Eastern Europe, Oldenburg, Lithuanian Institute of History

 

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