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"Lokale oder globale Moderne? Die architektonische Avantgarde in Polen und ihre internationale Vernetzung"

 

Die Diskussion wird simultan ins Polnische übersetzt/ dyskusja będzie tłumaczona symultanicznie na język polski.

Das Pilecki-Institut präsentiert:

Die neue Gesprächsreihe: "Häuser aus Glas? Polen und Europas Ringen um die Moderne im 20. Jahrhundert."

"Lokale oder globale Moderne? Die architektonische Avantgarde in Polen und ihre internationale Vernetzung"

Dienstag, 05.05.2020, 18:30–20:00 Uhr | Onlinediskussion | Prof. Martin Kohlrausch, Aleksandra Kędziorek | Moderation: Małgorzata Jędrzejczyk
Die Diskussion wird in Form eines Webinars via Zoom stattfinden. Hier können Sie sich registrieren: https://zoom.us/webinar/register/WN_lw7ncVBeTWy2INj4kbV0iQ


Die Modernisierungsbestrebungen, die auf dem Gebiet der Architektur im Zeitraum von 1918 bis 1939 zum Vorschein kommen, bilden ein wichtiges Kapitel in der europäischen Moderne des 20. Jahrhunderts. In mittel- und osteuropäischen Ländern wie Polen wurde der Architektur eine besondere Rolle anvertraut: Sie sollte das Symbol eines modernen Staates und der durch ihn verkörperten sozialen Reformen sein, einen neuen Lebensrhythmus prägen, eine Ebene für die Umsetzung politischer Ambitionen oder einen Raum für radikale Kunstexperimente bilden. Die Reichweite der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Polen tätigen Modernistinnen und Modernisten beschränkte sich jedoch nicht auf Aktivitäten innerhalb des lokalen Bezugsrahmens. Indem sie zu einem integren Teil des internationalen Architekturkreises wurden, gestalteten die polnischen Architektinnen und Architekten die damaligen übernationalen Debatten über die moderne Architektur und den Städtebau mit.
Wir werden über die Kontakte zwischen den polnischen und den westlichen Modernisten, wandernde architektonische Konzepte, die Beziehungen zwischen Architektur und Politik sowie die polnischen Träume von Glashäusern diskutieren.

Teilnehmende:

Martin Kohlrausch ist Professor für Europäische Politikgeschichte an der KU Leuven, Belgien, und dort Leiter des Departements für Geschichte. Der Schwerpunkt seiner Forschung und Veröffentlichungen liegt auf der Geschichte von Experten – und hier insbesondere Architekten – sowie der Wechselbeziehung von Medien und Politik in der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er ist Autor von „Building Europe on Expertise. Innovators, Organizers, Networkers“ (mit Helmuth Trischler, Palgrave, 2014) und „Brokers of Modernity. East Central Europe and the Rise of Modernist Architects. 1910-1950“ (Leuven University Press, 2019), einer Gruppenstudie insbesondere polnischer moderner Architekten und ihrer Erfahrung und Verarbeitung der Brüche des 20. Jahrhunderts.


Aleksandra Kędziorek ist Kunst- und Architekturhistorikerin, freie Kuratorin, arbeitete u.a. mit dem Museum für Moderne Kunst in Warschau, der „Fundacja Bęc Zmiana“ und dem Architekturmuseum in Wrocław zusammen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört die moderne Architektur in Polen. Durch ihre Ausstellungen und Veröffentlichungen versucht sie, dieses Thema der polnischen und internationalen Öffentlichkeit näherzubringen. Sie war Ko-Kuratorin der Wanderausstellung „Oskar Hansen. Offene Form“, die in Barcelona, Porto, New Haven, Warschau und Vilnius zu sehen war (2014-17); Kuratorin des Hauses von Zofia und Oskar Hansen in Szumin (2013-17) sowie Herausgeberin der Bücher „Oskar Hansen—Opening Modernism: On Open Form Architecture, Art and Didactics“ (mit Ł. Ronduda, 2014), „Archipel CIAM. Briefe von Helena Syrkus“ (mit K. Uchowicz und M. Wirkus, 2019). Sie schreibt u.a. für „Autoportret” und „Przekrój“ und war Stipendiatin des Programms „Młoda Polska” (2017), das vom Ministerium für Kultur und Nationales Erbe durchgeführt wird.

Moderatorin:

Małgorzata Jędrzejczyk - Kunsthistorikerin, Kuratorin, zu ihren Themenschwerpunkten am Pilecki-Institut gehören u.a. das von ihr mitkonzipierte Exercising Modernity Programm und die aus ihrer Feder stammende neue "Häuser aus Glas? Polen und Europas Ringen um die Moderne im 20. Jahrhundert" Gesprächsreihe.

 


Häuser aus Glas? Polen und Europas Ringen um die Moderne im 20. Jahrhundert

Die Geschichte der Moderne ist keine universelle, sondern eine ortsgebundene Geschichte. Die Wahrnehmung der Moderne als eine Vielfalt und Mannigfaltigkeit von parallel auftretenden Aktivitäten regt dazu an, Fragen nach gemeinsamen Eigenschaften wie Besonderheiten der unterschiedlichsten Modernisierungsprojekte zu stellen. Einen Teil davon bildet auch die Geschichte der Moderne in der Architektur, die zu einer Art Seismograf der visionären und zugleich ambivalenten Erfahrungen mit der Moderne geworden ist.
Mit der Vortrags- und Gesprächsreihe Häuser aus Glas? Polen und Europas Ringen um die Moderne im 20. Jahrhundert sollen Fragen nach der Rolle der polnischen architektonischen Moderne in den überregionalen Modernisierungsbestrebungen sowie nach der lokalen Eigenart des polnischen Bauwesens in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der europäischen Architektur zu dieser Zeit verhandelt werden.
Die Veranstaltungsreihe findet im Rahmen des Programms Modernität üben statt, das als ein Forum für intellektuellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Austausch konzipiert wurde.

 

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