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Deutsch-Polnischer Schüleraustausch und Online-Seminar

28.05.2021

„Widerstand gegen die NS-Verbrechen. Die Berichte von Witold Pilecki aus dem KZ Auschwitz.”

Diese Woche: Deutsch-Polnischer Schüleraustausch und Online-Seminar in einem. Das alles fand zwar digital, aber in einem angenehmen Ambiente statt - lehrreich und inspirierend für alle

„Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen.“ lautet ein bekanntes Zitat von Mahatma Gandhi. Zwar waren unter der Teilnehmer:innen keine Kinder dabei, sondern aufmerksame und lernfreudige Jugendliche, aber dieser bekannte Spruch verliert dadurch natürlich nichts an seiner Relevanz.

Die Schüler:innen der DPFA-Regenbogen-Schule Zwickau und ihrer Partnerschule aus Zgorzelec Europejskie Liceum Ogólnokształcące w Zgorzelcu Szkoła Podstawowa "Tęcza" (die ebenfalls auf den Namen Regenbogenschule getauft ist) verbrachten drei lehrreiche und inspirierende Tage miteinander – pandemiebedingt handelte es sich um einen digitalen Schüleraustausch, was der Intensität dieses mittlerweile nicht mehr ganz so untypischen Form des Miteinanderseins allerdings keinen Abbruch tat, ganz im Gegenteil. Das Thema lautete diesmal wieder „Widerstand gegen die NS-Verbrechen. Die Berichte von Witold Pilecki aus dem KZ Auschwitz.”

Drei Tage bieten ausreichend viel Zeit, um sich gut kennenzulernen, zumal wir auch diesmal wieder die bei unseren Seminaren regelmäßig Verwendung findenden Tools wie Mentimeter oder Padlet mit im Gepäck hatten. Da alle Antworten anonym angegeben wurden, fiel die Anwort auf die erste Frage nach der Motivation entsprechend ehrlich, aber trotzdem zufriedenstellend aus (übrigens waren die Antworten am dritten Tag weitaus enthusiastischer als am Anfang). Eine größeren Aha-Effekt brachte definitiv die nächste Frage hervor: „Welche dieser Werte sind am wichtigsten in deinem Leben?“

Die eine Schüler:innengruppe gab zu 20% „Familie und Kinder“ an, die andere zu 23% „Gesundheit und eigenes Wohlbefinden“. Bei der Auswertung gingen die meisten von uns davon aus, dass die erste Antwort von der Schule aus Zgorzelec stammt, die zweite wiederum von der Regenbogenschule aus Zwickau, aber es kam ganz anders. Das zeigt, wie vorsichtig es mit Verallgemeinerungen umzugehen gilt und warum man gerade die eigenen Annahmen ständig hinterfragen muss.

Es ist auch immer spannend zu lesen, welche Assoziationen der Begriff „Auschwitz“ bei Schüler:innen weckt – die Screenshots mit den Antworten finden Sie unten.

Abgesehen davon durften natürlich die üblichen Parts unseres Seminars nicht fehlen:

- Eine Präsentation der wichtigsten Stationen des zugleich faszinierenden und tragischen Lebens von Witold Pilecki

- Eine Diskussion darüber, ob es sinnvoll wäre, Auschwitz zu bombardieren auf Basis von Briefkorrespondenzen, Telegrammen sowie Berichten des polnischen Untergrundstaats

- Die Rekonstruktion des Weges auf welchem Pileckis Berichte aus Auschwitz nach London gelangten

Heute, am letzten Tag des Online-Schüleraustauschs, haben wir die Schüler:innen auch noch gefragt, welche drei Werte sie mit Witold Pilecki in Verbindung bringen. Diesmal fiel die Antwort sehr ähnlich aus: Familie, Freiheit und Frieden waren bei beiden Gruppen unter den Top 3 Antworten zu finden. Abschließend wollten wir noch wissen, was die Schüler:innen aus diesem Workshop mitnehmen:

u.a.:

- „Dass man für seine Werte kämpfen und einstehen soll“

- „Ich habe gelernt wer Witold Pilecki war und was er getan hat“

- „Dass es wichtig sein kann, seine eigene Bedürfnisse oder sogar sein eigenes Leben für das Wohl von vielen anderen aufs Spiel zu setzen“

Kurzum: Die Schüler:innen haben nich nur rein „trockenes“ Enzyklopädie-Wissen mitgenomen, sondern der Austausch hat sie zum Nachdenken und Reflektieren bewegt. Genau das war unser Ziel!

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