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Vor 137 Jahren kam Kazimierz Funk, der Gründungsvater des Begriffs "Vitamin", am 23. Februar 1884 in Warschau auf die Welt.

Vitamine sind zu einem so selbstveständlichen Teil unseres Alltags geworden, dass man meinen könnte, die Menschen hätten schon immer gewusst, dass es sie gibt. Dabei ist es gerade mal 137 Jahre her, dass Kazimierz Funk, der Gründungsvater des Begriffs "Vitamin", am 23. Februar 1884 in Warschau auf die Welt kam.

Funk war ein polnisch-jüdischer Biochemiker, der 1912 als erster Forscher das Vitamin B1 isolierte und formulierte. Er prägte auch den Begriff „Vitamin“ und gilt als „Vater der Vitamintherapie“. Er wurde viermal für den Nobelpreis nominiert, erhielt ihn jedoch nie.

Nach seinem Studium in Warschau zog Funk 1900 in die Schweiz. Er studierte Biologie in Genf, dann Chemie in Bern und promovierte im Jahr 1904. In den folgenden Jahren arbeitete er am Pasteur-Institut in Paris, an der Universität Berlin und in Großbritannien (er forschte über Beriberi, eine bis dahin unbekannte Krankheit). Er entdeckte und extrahierte zum ersten Mal Vitamin B1 aus Reiskleie. Seine Forschungen enthüllten das Vorhandensein dieses Vitamins in einer Vielzahl von Lebensmitteln, darunter Hefe, Milch und Rinderhirn.

Funk prägte seit 1912 den Begriff „Vitamin“ (lateinisch: „vita“ für Leben, „amina“ für ein chemisches Produkt, das eine Amingruppe enthält). Er wurde von Louis Rajchman unterstützt, der Funk vorschlug, eine Publikation im Zusammenhang mit seiner Arbeit zu schreiben. Funk umging damit die Einwände seiner Vorgesetzten gegenüber der Verwendung des neuen Begriffs „Vitamin“. Der Artikel erschien in „The Journal of State Medicine“. Folglich veröffentlichte Funk dann auch ein Buch: „The Vitamins“ (1912). Er setzte seine Forschung fort und erhielt ein Stipendium.

Funk behandelte Patienten mit Vitaminmangel. Er stellte die Hypothese auf, dass auch andere Krankheiten wie Rachitis, Pellagra, Zöliakie und Skorbut durch die Einnahme von Vitaminen geheilt werden könnten. Er postulierte die Existenz weiterer essentieller Nährstoffe, bekannt als die Vitamine B1, B2, C und D. Die meisten seiner Forschungen führte er am Pasteur-Institut in Paris durch.

Während des Ersten Weltkriegs wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wo er Forschungen über die Verwendung von Vitaminen für medizinische Zwecke durchführte. Nach dem Krieg wurde er US-Bürger. 1922 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Im Jahr 1923 kehrte er nach Polen zurück, wo er Leiter der biochemischen Abteilung des Warschauer PZH (Nationales Hygieneinstitut) wurde und u. a. an der Isolierung von Insulin arbeitete. Er untersuchte die Auswirkungen von Vitamin B1 auf den Kohlenhydratstoffwechsel und studierte Nikotinsäure.

Anschließend siedelte er nach Paris über, wo er über Hormone forschte. 1936 bestimmte er die molekulare Struktur von Thiamin (Vitamin B1). 1939, nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück, wo er für den Rest seines Lebens blieb. Im Jahr 1940 wurde er Präsident der „Funk Foundation for Medical Research“. Während dieser Zeit forschte er auf dem Gebiet der Biochemie von Krebs – einer Krankheit, an der er selbst im Alter von 83 Jahren am 19. November 1967 in New York verstarb.

Kazimierz Funk ist Autor von hunderten wissenschaftlichen Publikationen. Er wurde viermal für den Nobelpreis nominiert (in den Jahren 1914, 1925, 1926, 1946).

In den USA wird jedes Jahr der nach ihm benannte Casimir Funk Natural Sciences Award vergeben.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Institut Polonais de Paris.

, wo der Originaltext zum ersten Mal auf Französisch veröffentlicht wurde. Die hier veröffentlichte Version ist leicht abgeändert. Der Originaltext ist im Rahmen der "PORTRAITS DE MÉDECINS ET CHERCHEURS POLONAIS" Artikelreihe erschienen: https://instytutpolski.pl/.../portraits-de-medecins-et.../

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