Oddział

Instytut Pileckiego w Berlinie

  1. Unsere Ziele: Das Pilecki-Institut in Berlin
  2. Unsere Ausstellung: „Der Freiwillige. Witold Pilecki und die Unterwanderung von Auschwitz“
  3. Unsere Theater-Installation: „Un/Wanted Dreams”
  4. Unser Team

1. Unsere Ziele: Das Pilecki-Institut in Berlin

Das Pilecki-Institut nimmt seine Tätigkeit in Berlin auf, um die internationale Zusammenarbeit zu stärken und einen neuen Spielraum für die Erforschung und Verarbeitung der Erfahrungen des 20. Jahrhunderts zu bieten einschließlich der Bedeutung der europäischen Werte der Demokratie und Freiheit in der neuesten Geschichte. Das Institut möchte auch zur Vertiefung der Kenntnisse der Geschichte Polens im 20. Jahrhundert beitragen.  Dem dienen Stipendien- und Forschungsprogramme und verschiedene Aktivitäten im Grenzgebiet von Geschichte, Kunst und Kultur.

Ziel des Instituts ist es den sozialen, geschichtlichen und kulturellen Wandel im Europa des 20. Jahrhunderts aufzuzeigen unter besonderer Berücksichtigung der Wandlungsprozesse in Mittel- und Osteuropa und der mit den gesamteuropäischen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts verbundenen Normen und Werte. Dabei ist für uns der Aufbau einer langfristigen Zusammenarbeit mit deutschen kulturellen Einrichtungen und Hochschulen von großer Bedeutung. Mit der Ausstellung „Der Freiwillige. Witold Pilecki und die Unterwanderung von Auschwitz“ beginnt unsere Präsenz in Berlin.


2.Unsere Ausstellung: „Der Freiwillige. Witold Pilecki und die Unterwanderung von Auschwitz“

Im Rahmen der Gedenkfeiern zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges hat das Pilecki-Institut zu Witold Pilecki und dessen freiwilliger Mission in Auschwitz eine auf neueste Forschungsergebnisse gestützte Ausstellung vorbereitet. Pilecki machte die Weltöffentlichkeit auf den Charakter und das Ausmaß der NS-Verbrechen aufmerksam. Über zweieinhalb Jahre lang organisierte er in Auschwitz Strukturen einer Widerstandsbewegung und bereitete einen bewaffneten Aufstand vor. Schließlich floh er aus dem KZ und warb bei den Führern des Polnischen Untergrundstaates darum, die Lager zu zerstören. Im Jahre 1944 kämpfte er im Warschauer Aufstand. Nach dem Krieg wurde er vom kommunistischen Regime ermordet. Die Geschichte seines Kampfes gegen die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts ist Anlass, sich universellen Fragen zu stellen: nach dem Wesen des Bösen und der Fähigkeit des Menschen, sich dem Bösen zu widersetzen, nach Erinnerung und deren Auslöschung.

Die Veranstaltung findet in Berlin im AXICA Kongress-
und Tagungszentrum am Pariser Platz 3

am 16. September 2019 um 19.00 Uhr statt.
Einlass: 18.15—18.45 Uhr

Nach der Veranstaltung können Sie ab 20.30 Uhr die Ausstellung im Gebäude des Pilecki-Instituts am Pariser Platz 4a besuchen.

Wir bitten um Bestätigung ihrer Teilnahme bis zum 13.9.2019 per E-Mail an berlin@pileckiinstitut.de


3. Unsere Theater-Installation: Witold Pilecki und die Unterwanderung von Auschwitz

 

UN/WANTED DREAMS

NIE/CHCIANE SNY

UN/ERWUENSCHTE TRÄUME

Datum, Ort: 16. September 2019

Uhrzeit: 20:30

Pariser Platz 3

Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung unter unwanteddreams@instytutpileckiego.pl möglich.

 

Im Herbst 1973 hat Stanisław Kłodziński, seinerseits Doktor der Medizin und KZ-Häftling in Auschwitz mit der Nummer 20019, einen Fragebogen an 561 ehemalige KZ-Häftlinge versandt. Dieser bezog sich auf ihre Träume, die sie im Vernichtungslager und dann als Überlebende viele Jahre nach ihrem Trauma hatten. Manche Ex-Häftlinge träumten über die traumatischen Erfahrungen in Auschwitz fast jede Nacht. 147 Personen reagierten auf die Anfrage und nahmen an der Umfrage teil. Wieso plagten die Träume die ehemaligen KZ- Häftlinge noch viele Jahre nach dem Krieg?

Häufig wurden die Antworten hastig runtergeschrieben ohne auf Rechtschreibung und Interpunktion zu achten. Das wirkte ein wenig so, als seien diese Aufzeichnungen gegen den Willen ihrer Verfasser, der Träume oder gar sich selber verfasst worden. Auf eine geradezu grausame Art und Weise wirkten die Träume nach. Sie terrorisierten und verfolgten die Häftlinge, nahmen ihnen jede Möglichkeit, sich ungetrübt auf das Hier und Jetzt einlassen zu können. Witold Pilecki bezeichnete Auschwitz in seinen Aufzeichnungen als „Nicht-Erde“.

Denn alle Tätigkeiten, welche Menschen täglich ausführen – z.B. wenn sie essen, sich streiten, sich sonnen, laufen, mit dem Kinderwagen spazieren gehen – beziehen sich auf unseren Alltag auf der Erde. Deswegen der Begriff der „Nicht-Erde“. Pilecki ließ sich bei einer Straßenrazzia festnehmen, um sich selber ein Bild von Auschwitz zu machen. Seinem Eigenverständnis nach war er jemand, der Strukturen eines bewaffneten Aufstands in Auschwitz organisieren wollte. Eins der Hauptziele dieser Strukturen war dabei, das Für- und Miteinander zu stärken. Pilecki hielt immer wieder fest, dass es ohne Zusammenhalt, Gemeinschaftsgefühl und gegenseitige Unterstützung nicht möglich wäre, auf der „Nicht- Erde“ zu überleben.

Menschen haben sich schon seit jeher Geschichten weitererzählt und alles dafür getan, dass dieses Wissen für immer von Generation zu Generation überliefert würde. Sie kamen zusammen und schufen den entsprechenden Nährboden, auf welchem Erzählungen gedeihen konnten. In solchen Gemeinschaften war der Zuhörer genauso wichtig wie der Erzähler. Denn es lag an ihm, das Gedankengut und die Erfahrungen des Erzählers zu rezipieren und zu überliefern.

 

Vielleicht entsteht Heilung nicht dadurch, dass man einfach die Vergangenheit hinter sich lässt und vergisst. Hast du Lust, mit mir zusammen unerwünschten Träumen zuzuhören? 

Regie: Monika Grochowska
Text: Träume ehemaliger Auschwitz-Häftlinge — Anonymus
(KZ-Nummer 3xx), Anonymus (KZ-Nummer 447xx), Aglaida Brudkowska, Janina Czerwiec-Dzierżymirska, Karol Dymiński, Józef Glazer, Zbigniew Giżyński, Władysław Koszyk, Jan Liwacz, Felicja Piekarska, Zygmunt Podhalański, Kazimierz Tokarz, Alfred Skrabania, Helena Stypulczak, Kazimierz Sowa, Zenon Szokalski und literarische Träume — Joanna Bator, Sylwia Chutnik, Monika Powalisz
Bühne: Mariusz Bonaszewski, Beata Fudalej, Agnieszka Grochowska, Ariel Nil Levy, Maria Maj, Mareile Metzner, Sean Palmer, Juliane Torhorst
Éxquartet der Orchestermusiker der Stettiner Philharmonie: Monika Sawczuk (Violine I), Łukasz Górewicz (Violine II), Grzegorz Sadowski (Bratsche), Tomasz Szczęsny (Cello)
Dramaturgie: Monika Grochowska, Artur Pałyga
Musik: Marcin Macuk
Bühnenbild: Anna Czarnota
Lichtgestaltung: Katarzyna Łuszczyk
Produktionsleitung: Anna Piekarska-Szczerba
Mitarbeit: Jakub Świetlik, Anna Bobczuk, Małgorzata Gąsiorowska, Marcin Jaworowicz, Hanna Radziejowska, Zuzanna Stankiewicz
Technik, Video: Media Service, Tengent Studio
Produktion: Pilecki-Institut
Inspiration: Hanna Radziejowska
Übersetzung: Marek Kazmierski, Esther Kinsky, Małgorzata Hoc
Besonderer Dank geht an Dr. Piotr Cywiński, das Auschwitz-Birkenau Museum und Dorota Serwa sowie die Stettiner Philharmonie


Lernen Sie unser Team kennen!

 

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